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Das Porzellanzimmer - Sunjeev Sahota Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Das Porzellanzimmer von Sunjeev Sahota




gehört bei Audible: im Abo, 6:11 Std., Sprecherin: Elena Puszta, erschienen am 21.02.23 bei Hörbuch München im RBmedia Verlag

als gebundene Ausgabe: 23.- Euro, gebraucht ab: 6,72 Euro, 240 Seiten, erschienen am 23.01.23 bei hanserblau

als Taschenbuch: 13.- Euro, 240 Seiten, erscheint am 19.08.24 bei hanserblau

als Kindle Ausgabe: 16,99 Euro, 241 Seiten, erschienen am 23.01.23 bei hanserblau

Dieses Buch versetzt uns 1929 ins ländliche Punjab. 3 sehr junge Frauen werden in einer Zeremonie mit 3 Brüdern verheiratet. Wie zu der Zei in Indien üblich werden die Frauen verheiratet ohne ihren zukünftigen Ehemann zu kennen oder vor der Hochzeit einmal gesehen zu haben. Selbst nach der Hochzeit bekommen die Frauen ihre Ehemänner nicht zu Gesicht, denn der einzige Grund für die Verbindung ist, einen Sohn und Erben zu zeugen. In völliger Dunkelheit empfängt jede Frau ihren Ehemann des nachts und hat sich dort wort- und emotionslos diesem einen Ziel zu fügen. Am Tag hat jede der Frauen ihre Pflichten im Haus zu erfüllen und die restliche Zeit sind sie eingesperrt im Porzellanzimmer. Mehar, eine der Frauen, stellt sich immer wieder die Frage, welcher der 3 Brüder wohl ihr Ehemann ist und als sie glaubt es zu wissen, verliebt sie sich auch prompt in ihn. Das aber ist äußerst gefährlich, denn Frauen in Indien haben in der Zeit nicht das Recht dazu Emotionen zu zeigen oder Gefühle zu empfinden. Mehar könnte damit sogar in tötliche Gefahr geraten.

Siebzig Jahre später kommt Mehars Urenkel, der in England lebt, auf die verlassene Farm in Indien um zu heilen und zu genesen und findet dort das verbarrikadierte Porzellanzimmer und seine eigene alte Familiengeschichte.

Dieses Buch hat mir absolut toll gefallen, zumindest der Teil in dem es um die Geschichte der 3 Frauen geht und speziell um die Liebesgeschichte von Mehar. Die beiden anderen Frauen bleiben relativ unbeleuchtet und wir erfahren nicht so viel von ihnen. Aber die Rolle der Frau wird schon recht gut beleuchtet. Natürlich wissen wir alle darum, wie die Stellung der Frau damals war in Indien und auch bis gar nicht lang her, aber es zu lesen war schon nochmal etwas Anderes. Wenn auch die Geschichte fiktiv ist kann sie sich genauso oder ähnlich in vielen Familien zugetragen haben.

Mir hat sich allerdings nicht erschlossen, warum Mai die Frauen im Unklaren darüber gelassen hat, welcher ihr jeweiliger Ehemann ist. An ihrer Situation hätte sich dadurch ja nichts verändert. Für die Liebesgeschichte war es vielleicht ein guter Einstieg aber Mehar hätte sich ja ebenso gut in einen ihrer Schwager verlieben können wenn sie gewußt hätte wer ihr Ehemann ist. Aber vielleicht hätte sie sich aus Gehorsam dann nicht darauf eingelassen. Naja gut.... der Autor hat eben diesen Weg gewählt und es tut der tollen Geschichte ja auch keinen Abbruch.

Die Kapitel in denen es um den Urenkel geht haben mich weniger berührt und ich hätte sie eigendlich gar nicht gebraucht. Ich konnte zu ihm keine richtige Beziehung aufbauen. Für die Geschichte selbst war er irgendwie auch unerheblich, denn sie wird ja nicht von ihm erzählt. Zum Glück waren diese Artikel nicht so besonders lang.

Auch die Stellung von Mai passt mir nicht so ganz in die Geschichte, da Mi ja überhaupt nicht zum gezeichneten Frauenbild passt und es ja gerade darum geht im Buch.

Tut aber alles keinen Abbruch für mich und sind ja auch nur kleine Ungereimtheiten. Mir hat das Buch trotzdem so richtig gut gefallen und ich empfehle es euch sehr gern.

4*/5*



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